Erinnerungsplatz Silbertal

Standort: A-6780 Silbertal
BauherrIn: Gemeinde Silbertal
Zugänglichkeit: ja
Planungszeitraum: 2009 - 2010
Baubeginn: 2010
Baufertigstellung: 2010

Projektbeschreibung: Der neu geschaffene Erinnerungsplatz nimmt Bezug auf die alpine Landschaft Vorarlbergs. Die Platzoberfläche ist mit Vorarlberger Natursteinplatten befestigt und mit regionalen Heilkräutern durchgrünt. Ein Vorschlag aus dem Vorkonzept von Sarah Schlatter bildete die Ausgangslage für die gemeinsame Ausarbeitung.

Schrift-Tafeln
Die Schrift-Gedenktafeln sind an der Stelle des alten Denkmales in den Boden eingelassen. Der erklärende Text auf der Bodenplatte in der Mitte, steht im 90 Grad Winkel zum Text der anderen Bodenplatten mit den Namen. Die Änderung der Leserichtung fordert den Interessierten auf, den Standpunkt und die Blickrichtung zu wechseln. Die Texte werden mit Sandstrahltechnik mehrere Millimeter in den Stein vertieft.

Natursteinplatten
Sämtliche Bodenplatten haben dieselben Größenverhältnisse wie die Schrift-Tafeln, allerdings auf 45 Prozent verkleinert. Durch die Verwendung der gleichen Form und des gleichen Materials, könnte auf jeder Platte an etwas erinnert werden, das heißt, jede Platte trägt die Erinnerung bis in die Ecken des Platzes. Die Platten sind in der Verlegung aus ihrer streng formalen Ordnung herausgenommen und verteilen sich als Einzelplatten in drei unterschiedlichen Winkeln.
Der verwendete Sandstein mit gesägter Oberfläche ist wegen seines hohen Quarzanteils sehr belastungs- und witterungsbeständig.

Entwicklung über die Jahre
Erinnerung kann nie festgeschrieben werden, sie ändert sich mit der Zeit. Um diese Zeitlichkeit sichtbar zu machen, haben wir mit folgenden Stilmitteln gearbeitet:
– Auf den Texttafeln ist genug Platz, um weitere Personen mit in die Liste aufzunehmen. Somit wird erkennbar, dass die Liste womöglich nicht vollständig ist.
– Die Kräuter versamen sich und es entsteht ein dynamischer Prozess mit einem wechselnden Bild.
– Der Sandstein bekommt durch den Gebrauch und die Witterung eine Patina.
– Damit der Platz nicht überwachsen wird, bedarf es seiner Pflege.

Heilkräuter
Wunden, körperliche wie seelische, die während der Zeit des Nationalsozialismus und auch in aktuellen Kriegsgebieten verursacht wurden und werden, können nicht ungeschehen gemacht werden. Pflanzen wirken auf der physischen und psychischen Ebene und können durch ihr Wesen einen Beitrag zur Linderung der seelischen und körperlichen Verwundungen leisten. 

Planungsteam: Sarah Schlatter Künstlerin 
                         Elisabeth Gruber Landschaftsarchitektin 
                         Reinhold Luger Grafiker